Keimzeit

Keimzeit

2018 ist es fast genau 30 Jahre her, dass Keimzeit ihr epochales Album "Irrenhaus" aufgenommen haben. In der Band entstand daher der Wunsch nochmal mit allen Songs dieses besonderen Albums auf Tour zu gehen. „Das Album 'Irrenhaus' passte irgendwie zu den verworrenen Zeiten um 1989 / 90“, so Leisegang. „Alles war im Aufbruch und auch von unserem Alter her – wir waren alle so Ende Zwanzig, Anfang Dreißig – war alles ziemlich turbulent. Das Album hat deswegen auch eine ganz eigene Aura. Es besteht fast ausschließlich aus substantiell starken Songs , die wir bis heute immer wieder gern ins Programm genommen haben und die die Fans lieben. “

Zur Tour sollen deshalb auch alle "Irrenhaus"-Lieder gespielt werden, die mit der aktuellen Besetzung und neuen Soundmöglichkeiten natürlich anders, vielleicht auch moderner, klingen. Wobei Norbert Leisegang schon Wert darauf legt, dass die Lieder nicht neu arrangiert werden, es soll schon eine echte Reminiszenz des Werkes sein, das 1989 in der Urbesetzung der Band mit Norbert, Hartmut und Roland Leisegang, Ulle Sende, Matthias Opitz und Ralf Benschu eingespielt wurde. Produzent war damals übrigens Peter Nölle, der den bis dahin – was Studio aufnahmen betraf – ahnungslosen Jungs erstmal eine Einführung in Aufnahmetechnik und ­-prozedur verpasste. Norbert Leisegang erinnert sich noch gut an die Aufnahmen: „Wir hatten den Luxus aus 30 Songs 12 der besten Titel auswählen zu können. Da hat uns auch keiner reingeredet, das haben wir allein entscheiden können. Dann haben wir diese Songs quasi live eingespielt. Im Studio stand ein 24 ­ Spur Tonbandgerät, wir wurden mit Mikrofonen ausgestattet und los ging es. Wir haben das Album immer nachts aufgenommen, weil das Studio nur ab 22 Uhr frei war. Die Lieder wurden dann jeden Tag so bis 3 Uhr eingespielt, was uns aber ehrlich gesagt, in unserer Lebensweise gut zu pass kam.“

Keimzeit
Foto: Bernd Brundert/Antje Warnecke